26.03.2016 / Geschichte / Seite 15

Ende der Illusionen

Vor 25 Jahren demonstrierten in Leipzig 80.000 ehemalige DDR-Bürger gegen Massenarbeitslosigkeit

Jörg Roesler

Die Nachricht ließ aufhorchen: Am Montag, dem 25. März 1991, demonstrierten 80.000 Leipziger auf dem Ring gegen Arbeitsplatzvernichtung und Treuhandmachenschaften. Es war nicht die einzige Reaktion in Städten der Ex-DDR auf die Protestkundgebung von 3.000 Vertretern linker Bewegungen – vor allem der SED/PDS auf dem Berliner Alexanderplatz zwei Tage zuvor, die zu Protesten »gegen sozialen Kahlschlag, Massenarbeitslosigkeit und Abwicklung in den ostdeutschen Bundesländern« aufgerufen hatte, aber es war die bei weitem machtvollste. Manche Kenner der ostdeutschen Szene verwunderte das. Hatten doch gerade die Leipziger ein Jahr zuvor die als Wahlkampfhelfer der »Allianz für Deutschland« aus der Bundesrepublik eingereisten Politiker mit Beifall begrüßt. Ganz besonders Bundeskanzler Helmut Kohl, der den »Landsleuten in der DDR« versprach, sie »unmittelbar an dem zu beteiligen, was die Bürger der Bundesrepublik Deutschland in jahrzehntelanger beharrlicher Arbeit ...

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