26.03.2016 / Inland / Seite 5

Zwei endlose Katastrophen

Konferenz des BUND in Berlin zu den Folgen der Reaktorunfälle von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 und zu den Lehren daraus

Wolfgang Pomrehn

»Tschernobyl ist nicht vorbei«, mahnte Irina Gruschewaja, Geschäftsführerin des »Internationalen Rates Zukunft für die Kinder von Tschernobyl«. Ihr Heimatland Belarus habe vor 30 Jahren einen großen Teil der radioaktiven Verseuchung nach der Explosion des Reaktors vier im ukrainischen Tschernobyl abbekommen, sagte sie am Donnerstag auf der vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veranstalteten Konferenz »Lernen aus den Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima« in Berlin. Besonders im Südosten von Belarus gingen unter anderem große Mengen des radioaktiven Isotops Cäsium 137 nieder, das eine Halbwertzeit von etwas mehr als 30 Jahren hat. Von Mensch und Tier wird es weiterhin mit der Nahrung aufgenommen. Der menschliche Körper verwechselt es mit dem chemisch sehr ähnlichen Kalium und reichert es an, so dass seine Strahlung aus nächster Nähe auf Körperzellen wirken kann. Auch die noch weit gefährlicheren Isotope Plutonium 239 und 240 mit ...

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