26.03.2016 / Inland / Seite 4

Motiv: Hass auf Ausländer?

Mordprozess gegen Rolf Z.: Über Fremdsprachen schimpfte er. Nach dem Schuss auf Luke Holland deponierte er Waffenteile bei seiner Halbschwester

Claudia Wangerin

Rolf Z. muss mit einer Verurteilung wegen des Mordes an dem britischen Anwalt Luke Holland rechnen. Im Prozess gegen den 63jährigen vor dem Berliner Landgericht spricht nahezu alles dafür, dass der schweigende Angeklagte am 20. September 2015 den jungen Mann mit einer Schrotflinte erschossen hat – möglicherweise, weil das Opfer in Z.s ehemaliger Stammkneipe nicht deutsch gesprochen hatte.

Die Verteidigung versuchte diese Woche die Aussage einer dunkelhäutigen Zeugin unter Verweis auf den sogenannten Cross-Race-Effekt in Zweifel zu ziehen – gemeint ist das schlechtere Wiedererkennen von Gesichtern, die nicht der eigenen Ethnie entstammen. Die junge Frau hatte unmittelbar nach dem Schuss den Täter mit Mantel und Gewehr auf der Straße stehen sehen. Die Beschreibung passte auf Rolf Z. Am Montag schilderte die Zeugin vor Gericht einen Schockmoment, in dem sie zwar Angst gehabt, aber gerade deshalb so reagiert habe, als hätte sie keine. Sie habe den Mann mit den...

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