23.03.2016 / Antifa / Seite 15

Waffen-SS als Opfer

Lettische Botschaft wirbt offen um Verständnis für Veteranen von Hitlers Elitetruppen – und weist Kritik an Aufmarsch in Riga zurück

Frank Brendle

Die lettische Botschaft in Berlin will den Vorwurf, die Regierung des baltischen Landes sympathisiere mit Anhängern der Waffen-SS, nicht auf sich sitzen lassen – und bestätigt ihn ungewollt um so deutlicher. Auf ihrer Facebook-Seite beteuert die Botschaft, es handle sich bei dem Gedenkmarsch, an dem sich vorige Woche wieder mehr als 1.000 Menschen in der Hauptstadt Riga beteiligten, nicht um eine politische Veranstaltung, sondern lediglich um ein »Gedenken an die Kriegsgefallenen«. Deutsche Antifaschisten, die am Protest gegen den Aufmarsch teilnehmen wollten, waren des Landes verwiesen worden (jW berichtete). Lettland habe aus seiner Vergangenheit gelernt und »verurteilt jede Form von Radikalismus und Politisierung der Geschichte«, behauptet nun die Botschaft.

Sie treibt eine solche Politisierung jedoch selbst schon dadurch voran, dass sie konsequent im Stil der Totalitarismusdoktrin argumentiert, der Gleichsetzung von Sowjetherrschaft und Naziverbrechen....

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