23.03.2016 / Feuilleton / Seite 10

Über den Status der Bilder

Normalisierung eines traumatisierten Fünfjährigen oder grammatisches Spiel? »Raum« im Kino

Peer Schmitt

Hier wird das Verstehen als etwas behandelt, was man persönliches Erlebnis nennen könnte, wie Kummer, Freude, Zahnschmerzen usw.«

Ludwig Wittgenstein

»Zugegeben, als ich damals in dem Schuppen aufwachte, da habe ich gedacht, noch nie wäre jemandem jemals so etwas Schreckliches wie mir passiert. Aber tatsächlich ist die Sklaverei ja nichts Neues. Und zum Thema Isolation … wussten Sie, dass wir in den USA mehr als 25.000 Häftlinge in Einzelhaft haben? Manche schon über 20 Jahre.«

Emma Donoghue, »Raum«

Da ist ein fünfjähriger Junge (Jacob Tremblay), mit seiner Mutter (Brie Larson) eingesperrt in einem Schuppen, er nennt ihn »Raum« und spricht von seiner Herkunft und der Entstehung seiner Welt. Eine Kosmogonie: Da war »Himmel« und »Raum« und der Bauch der Mutter und eine unbefleckte Empfängnis: »Dass das Jesuskind in Marias Bäuchlein zu wachsen anfing, das hat ein Engel gemacht, der kam runtergezoomt wie ein Geist.«

Noch während man den Fünfjährigen über die Welte...

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