23.03.2016 / Ausland / Seite 7

Sägen an Zumas Stuhl

Ein Unternehmertrio soll in Südafrika versucht haben, die Vergabe von Ministerposten zu beeinflussen. Für den Präsidenten könnte es nun ernst werden

Christian Selz

Auf den ersten Blick hat Südafrikas Präsident Jacob Zuma auch diesen Skandal überstanden. Nachdem in der vergangenen Woche Vorwürfe laut geworden waren, die mit dem Staatschef eng verbundene Unternehmerfamilie Gupta habe die Besetzung von Ministerposten zu beeinflussen versucht, war das Nationale Exekutivkomitee des regierenden African National Congress (ANC) von Freitag bis Sonntag zu einer dreitägigen Sitzung zusammengetroffen. Aus der anschließenden Erklärung des wichtigsten Entscheidungsgremiums der Partei kolportierte das Gros der südafrikanischen und internationalen Medien vor allem einen Satz: »Der ANC untermauert sein volles Vertrauen in unseren Präsidenten.« Doch das ist höchstens die halbe Wahrheit.

Denn das Vertrauen der Parteiführung in den ANC- und Staatspräsidenten ist ein bedingtes, wie die Politik­journalistin Ranjeni Munusamy am Montag im Analyseportal Daily Maverick herausarbeitete. Das erschließt sich bereits, wenn der in der Erklärung d...

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