23.03.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Miete und Rendite

Wohnungspolitik ist in der Bundesrepublik in erster Linie Wirtschaftsförderung, das Land ein Dorado für Immobilienspekulanten

Robert Allertz

Was in den letzten 25 Jahren an Wohn- und Geschäftshäusern in Berlin errichtet wurde, ist uniform, gesichtslos, langweilig. Phantasielose Kästen, die nur zwei Kriterien zu erfüllen haben: billig im Bau, profitabel bei der Vermarktung. Das führt zwangsläufig zur Normierung.

Das Verhältnis von Architektur und Städtebau war und ist unter allen gesellschaftlichen Verhältnissen nicht spannungsfrei. Trotz aller augenfälliger Bedeutung handelt es sich nur um einen Nebenkriegsschauplatz. Das eigentliche Schlachtfeld findet auf privatem Baugrund und Boden statt. Jedes Stück Land auf dieser Erde, käuflich erworben und im Grundbuch verewigt, ist in der Regel Spekulationsobjekt. Erst recht, wenn darauf Häuser errichtet werden. Der Eigentümer und Bauherr ist naturgemäß immer auch Spekulant: Er baut für den Profit und nicht für die Bewohner. Selbst wenn es nur ein Einfamilienhaus ist. Warum sonst beklagen Eigenheimbesitzer den »Werteverlust« ihres Anwesens, wenn etw...

Artikel-Länge: 6119 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe