22.03.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Mit der Presse im Gemüsebeet

Mit der Presse im Gemüsebeet: Die beim Putsch 2014 als Premierministerin abgesetzte Yingluck Shinawatra gibt nicht auf

Thomas Berger

Journalisten sind es gewohnt, ihre Informationen auch an ungewöhnlichen Orten zu sammeln. Der Rundgang durch einen Gemüsegarten als versteckte Pressekonferenz ist allerdings selten. Dennoch empfing so Yingluck Shinawatra am 12. Februar eine ausgewählte Gruppe ausländischer Pressevertreter. Der beim Militärputsch im Mai 2014 abgesetzten früheren Premierministerin sind bei ihrer politischen Betätigung äußerst enge Grenzen gesetzt. Mit dem, was sie für die Öffentlichkeit von sich gibt, muss die vormalige Regierungschefin vorsichtig sein. Was wäre da unverfänglicher, als sich zwischen Erläuterungen zu Details des organischen Gemüseanbaus und dem Mixen eines Salatdressings ein paar wohlpositionierte Aussagen zur politischen Lage entlocken zu lassen, die die Reporter natürlich eifrig notieren.

Wichtig ist weniger das, was da sehr zurückhaltend formuliert wurde, als vielmehr die Botschaft hinter dem Ganzen: Yingluck lässt sich nicht kleinkriegen. Sie hält sich zw...

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