21.03.2016 / Inland / Seite 2

»Das wäre eine politische Herausforderung«

Friedensgruppen fordern Stadt Bonn auf, Kriegsschiff die Patenschaft und damit den Namen zu entziehen. Ein Gespräch mit Martin Singe

Karin Leukefeld

Sie haben einen Bürgerantrag an den Rat der Stadt Bonn formuliert, in dem der Abzug des Einsatzgruppenversorgers »Bonn« aus der Ägäis gefordert wird. Was ist das für ein Schiff, und warum trägt es diesen Namen?

Einsatzgruppenversorger, abgekürzt EGV, sind vor allem für die Versorgung von Kriegsschiffen mit Material – von Proviant bis Munition – zuständig, sie sind auch selbst mit Waffen ausgerüstet. Dass die derzeit drei EGV nach Städten benannt sind, in denen deutsche Parlamente ansässig waren oder sind – Frankfurt, Bonn, Berlin, soll helfen, die Illusion der Parlamentsarmee aufrechtzuerhalten. Vor dem Ägäiseinsatz gab es jedoch keine Parlamentsdebatte oder -entscheidung.

Die Bundesregierung begründet den Einsatz des Schiffes damit, dass Flüchtlinge geschützt werden sollen. Sie aber sprechen von einem »NATO-Einsatz zur Flüchtlingsabwehr«.

Der Einsatz des Ägäis-Verbandes mit der »Bonn« als Flaggschiff wurde von der NATO Mitte Februar 2016 in großer Eile besc...

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