19.03.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Fidel ist unentbehrlich«

Gespräch. Mit Roberto Chile. Über seinen Weg zur Fotografie, seine Arbeit an der Seite des kubanischen Revolutionsführers und die jüngsten Annäherungen zwischen Havanna und Washington

Volker Hermsdorf

Sie sind heute als Dokumentarfilmer und Fotograf bekannt, haben aber eigentlich einen Hochschulabschluss für Nachrichtentechnik. Wie sind Sie zu der Arbeit mit der Kamera gekommen?

Wie bei vielen anderen hat auch in meinem Leben der Zufall eine große Rolle gespielt. Seit meiner Jugend interessierte ich mich für Kunst und Musik. Ich zeichnete und spielte außerdem ein wenig Gitarre und Schlagzeug. Aber die Musik blieb ein Hobby. Mit 23 Jahren bekam ich dann die erste Videokamera in die Hände, und das war wie die Liebe auf den ersten Blick. Schon nach wenigen Tagen konnte ich mich nicht mehr von ihr trennen. Die Kamera wurde schon nach kurzer Zeit zu einer der größten Leidenschaften in meinem Leben.

Die erste Begegnung mit dieser Welt hatte ich im Jahr 1977. Ich arbeitete damals mit meinem älteren Bruder Ramón Chile in einem Team, das er innerhalb der kubanischen Fischereiflotte aufgebaut hatte. Mit dieser Gruppe haben wir den Hochseefischern, die ja oft Monat...

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