17.03.2016 / Sport / Seite 16

Großkotz aus der Provinz

Von der VIP-Tribüne zum »Penis-Gipfel«: Über den Niedergang des SC Paderborn

Christoph Horst

Nur noch wenige Spieltage, und der SC Paderborn aus Ostwestfalen zwischen Ruhrgebiet und Hannover hat geschafft, was in der Vergangenheit nur wenigen gelungen ist: den direkten Durchmarsch aus Liga 1 in Liga 3. Selbst Lokalrivale Arminia Bielefeld blieb nach dem Erstligaabstieg 2009 zumindest zwei Jahre in der zweiten Bundesliga, bevor es in die Bedeutungslosigkeit der ökonomisch hochgeputschten dritten Liga ging, die ein Sammelbecken von an finanziellen Anforderungen gescheiterten Traditionsvereinen und zweiten Garnituren von Profiteams ist.

Paderborn hat sich gefreut über den Bundesligaaufstieg 2014, und mit Paderborn ist vor allem das Stadtmarketing gemeint, das die Spieler zu Helden machte – »Helden geben niemals auf« –, sowie Einwohner mit der Mentalität des Dabeiseinmüssens, wenn sich im Dorf mal etwas tut. Auch das regional mächtige Unternehmen katholische Kirche profitierte vom Fußballboom, indem Pfaffen die Medienpräsenz als Trittbrettfahrer nutze...

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