15.03.2016 / Ausland / Seite 7

Moskau bleibt skeptisch

EU und USA feuern Bürgerkrieg in Libyen an. Russland warnt vor NATO-Intervention ohne UN-Mandat

Knut Mellenthin

Bei einem Besuch in Tunesien hat sich der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag besorgt über die Pläne des Westens für ein militärisches Eingreifen in Libyen geäußert. Voraussetzung dafür müsse auf jeden Fall die Zustimmung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sein. »Ein mögliches Mandat für eine Operation gegen die Terroristen in Libyen muss unzweideutig so formuliert sein, dass es keine verdrehten und falschen Interpretationen erlaubt.«

Gastgeberland Tunesien hat sich in der Vergangenheit ebenso wie das gleichfalls an Libyen grenzende Algerien mehrfach gegen eine Militärintervention in dem nordafrikanischen Staat ausgesprochen. Beide befürchten durch eine weitere Destabilisierung ihres Nachbarlandes Fluchtbewegungen von Hunderttausenden Menschen und ein Übergreifen der Kämpfe auf ihr eigenes Gebiet.

An der Küste Libyens hat sich die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) seit etwa einem Jahr in einem 150 Kilometer breiten Gebiet östlich und ...

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