14.03.2016 / Ausland / Seite 6

Das kleinere Übel

Mumia Abu-Jamal

Im Moment finden in kurzen Abständen Vorwahlen zur Bestimmung der Kandidaten für die US-Präsidentschaftwahl statt. Dutzende solche Abstimmungen werden bis zum Sommer noch folgen. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, wo sie stattfinden oder welche Kandidaten gerade miteinander konkurrieren – obwohl es offiziell darum meistens geht. Wahlen sind in den Vereinigten Staaten der öffentliche Ausdruck von Gefühlen: Wen findest du gut, und was sagt dir dein Gefühl, wem du am liebsten deine Stimme geben solltest?

Millionen und Abermillionen von US-Dollars werden für gewaltige Werbeanzeigenkampagnen ausgegeben, die nichts anderes bewirken sollen, als die Wählerinnen und Wähler emotional einzubinden, ihre Ängste anzusprechen oder tiefsitzenden Hass hervorzurufen. In den Anzeigen oder Werbespots geht es kaum um politische Vorschläge, die auf die Hoffnungen oder gar die Träume der Wähler eingehen. Wir haben uns schon lange daran gewöhnt, für das »kleinere Übel« z...

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