12.03.2016 / Ausland / Seite 6

Rechte unter Zeitdruck

Venezuelas Opposition will Präsident Nicolás Maduro noch in diesem Jahr stürzen. Unklar ist nur, wie sie das erreichen will

André Scheer

Die nächsten Präsidentschaftswahlen in Venezuela finden regulär erst im Herbst 2018 statt. Doch so lange will die rechte Opposition des südamerikanischen Landes nicht warten. In dieser Woche kündigten führende Vertreter des »Tisches der demokratischen Einheit« (MUD) eine Kampagne an, durch die Staatschef Nicolás Maduro noch in diesem Jahr gestürzt werden soll. Darauf einigen, wie das erreicht werden soll, konnte sich das in mehrere Dutzend Parteien zersplitterte Lager allerdings nicht, deshalb sollen drei Alternativen parallel verfolgt werden: der »freiwillige« Rücktritt des Staatschefs, seine Amtsenthebung per Referendum oder eine Verkürzung seiner Amtszeit per Verfassungsänderung.

Für den heutigen Sonnabend haben die Rechten ihre Anhänger zu Demonstrationen aufgerufen, mit denen Maduro zum Amtsverzicht aufgefordert werden soll. Vertreter des Regierungslagers warnten, dass diese Mobilisierung offenbar ein Zugeständnis an den radikalen Flügel der Oppositio...

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