11.03.2016 / Feminismus / Seite 15

Gemeinsam überleben

Worte für das Unaussprechliche: Claudia Schmids Dokfilm »Voices of Violence« über Gewalt gegen Frauen im Kongo und das System, das sie ermöglicht

Jana Frielinghaus

Für ihre Ehemänner sind sie tot: Frauen wie Vumilia, Lorenzi, Joziana, Walungu. Sie alle stammen aus Dörfern in der Provinz Südkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sie alle wurden von Mitgliedern verschiedener Bürgerkriegsparteien in der Konfliktregion an der Grenze zu Ruanda und Burundi verschleppt, brutal vergewaltigt, versklavt, mussten unvorstellbare Greueltaten an anderen Gefangenen mit ansehen. Und als sei das alles nicht genug, sind die meisten, nachdem ihnen die Flucht gelungen war, von ihren Männern verstoßen worden, ihre Dorfgemeinschaften ächten sie.

Die deutsche Filmautorin Claudia Schmid hat sich mehrmals für längere Zeit in der Region aufgehalten, die für Frauen als eine der gefährlichsten weltweit gilt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in den vergangenen 15 Jahren rund 200.000 von ihnen Opfer sexueller Gewalt geworden. Schmid hat das Vertrauen einer Gemeinschaft von Überlebenden gewonnen. Weil sie sich Gerechtigkeit i...

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