09.03.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Malediven: Innenpolitische Konflikte ohne Ende

Thomas Berger

Mit harter Hand herrschte Präsident Maumoon Abdul Gayoom 30 Jahre lang seit 1978 über die Malediven. Zwar wurde 2005 formell ein Mehrparteiensystem eingeführt, doch erst drei Jahre darauf fanden Wahlen statt, bei denen Mohamed Nasheed und seine liberale Maledivische Demokratische Partei (MDP) siegten. Nasheed machte sich auf internationaler Bühne einen Namen als einer der engagiertesten Warner vor den Gefahren durch den Klimawandel – die Inseln seines Staates ragen großenteils nur maximal zwei Meter aus dem Meer. Er wurde zum Liebling westlicher Medien. Seine Politik stieß aber im Innern auf Widerstand von Vertretern des alten Regimes und anderer einflussreicher Kreise. Dabei erhielten auch unter ihm die wenigen Angehörigen religiöser Minderheiten keine größeren Freiheiten. Eher im Gegenteil: Die neue Verfassung von 2008 setzt noch stärker als zuvor auf das Bekenntnis zum Islam als Voraussetzung für die Staatsbürgerschaft.

Nasheed trat 2012 »freiwillig« ab...

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