08.03.2016 / Ansichten / Seite 8

In Erdogans Händen

Angela Merkel zahlt Türkei jeden Preis. Gastkommentar

Sevim Dagdelen

Wenn es eines symbolischen Bildes bedurfte, in welchem Maß sich Bundeskanzlerin Angela Merkel an Erdogans verbrecherisches System ausliefert, dann wurde es bei ihrem Vorgespräch zum EU-Türkei-Gipfel mit dem türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu in der türkischen Botschaft in Brüssel geliefert. Auf einer unansehnlichen braunen versessenen Ledercouch sah sich Frau Merkel dem schmierig grinsenden türkischen Regierungschef gegenüber. Ihr war die ganze Szene sichtlich unangenehm. Als ahnte sie bereits, dass dies zum Sinnbild ihrer Unterwerfung unter Erdogans Türkei werden könnte. Denn allein der türkische Präsident ist Merkels Garant dafür, dass die Grenzen im Schengen-Raum wenigstens nicht formal geschlossen werden müssen. Das würde besonders das deutsche Kapital zuviel kosten. Als Wächter gegen die Flüchtlinge soll die Türkei in Stellung gebracht werden.

Für deren Hilfswilligkeit scheint der Kanzlerin kein Preis zu hoch. Das Schweigen zum Krie...

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