08.03.2016 / Ausland / Seite 7

Todesurteil in Teheran

Milliardär hatte dem Iran bei der Umgehung der US- und EU-Sanktionen geholfen

Knut Mellenthin

Bis zu seiner Verhaftung am 31. Dezember 2013 galt Babak Sandschani als reichster Mann des Iran. Am Sonnabend wurde der 41jährige ebenso wie zwei Mitangeklagte wegen schwerer Wirtschaftsverbrechen zum Tode verurteilt. Der am 3. Oktober 2015 eröffnete Prozess gegen die drei wird im Iran als größter Kriminalfall dieser Art seit der »Islamischen Revolution« von 1979 bezeichnet. Bisher hielt diesen fragwürdigen Titel der Betrugsskandal um den Geschäftsmann Mahafarid Amir Khosrawi, der im Juli 2012 gemeinsam mit drei Mitangeklagten zum Tode verurteilt und am 24. Mai 2014 hingerichtet wurde. 39 weitere Angeklagte bekamen zum Teil langjährige Haftstrafen.

Der Hauptunterschied zwischen beiden Prozessen ist der politische Hintergrund: Khosrawi und seine Mitangeklagten hatten dem Urteil zufolge öffentliches Geld unterschlagen, um damit Firmen zu gründen, Unternehmensanteile zu erwerben oder Immobilien zu kaufen. Im Gegensatz dazu stehen die betrügerischen Aktivitäte...

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