07.03.2016 / Thema / Seite 12

Handel statt Krieg

Im Rahmen der Initiative »Ein Gürtel – eine Straße« kommt Chinas Zentralasienpolitik besondere Bedeutung zu. Die Region entlang der alten Seidenstraße steht damals wie heute im Visier ­geopolitischer Interessen der USA

Hannes A. Fellner

Im Herbst 2013 stellte Chinas Präsident Xi Jinping die Entwicklungsinitiative »Der ökonomische Gürtel Seidenstraße und die maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts«, kurz »Ein Gürtel – eine Straße«, vor. Während der eine Teil der Initiative den Ausbau maritimer Infrastruktur und die regionale Kooperation über das Südchinesische Meer, des südlichen Pazifik und des Indischen Ozeans bis nach Afrika vorsieht, versteht sich der andere Teil als Wiederbelebung des Handels auf der alten Seidenstraße.

Der Name »Seidenstraße« geht auf den deutschen Geographen und Kolonialisten Ferdinand von Richthofen (1833–1905) zurück und ist die Bezeichnung für ein System von Handelswegen, das China in der Antike und in Teilen des Mittelalters über Zentralasien mit dem Nahen Osten, dem Mittelmeerraum und Europa verband. Geographisch ist der Weg der historischen Seidenstraße geprägt von Wüsten, Hochgebirgen und Steppen, einer Gegend, die bis hinein ins 20. Jahrhundert versch...

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