07.03.2016 / Feuilleton / Seite 11

Immer gibt es Alternativen

Ein Leben als Geschichtsbuch: Heute wird Theodor Bergmann aus der KPD-Opposition 100 Jahre alt

Erhard Korn

Wenige Tage nach dem Abitur, an seinem 17. Geburtstag, musste Theo Bergmann Deutschland verlassen. Es war der 7.3.1933. Die SA stand schon vor dem Haus. Nicht weil der Vater Rabbiner und Leiter der jüdischen Volkshochschule Berlins war. Sie suchten nach den Söhnen. Alfred, der ältere Bruder, wurde einen Tag später verhaftet. Er kam ins KZ, konnte fliehen und wurde dann 1940 von der Schweiz an die Gestapo ausgeliefert und ermordet. Ein Stolperstein vor seiner früheren Wohnung in Berlin, Uhlandstraße 194 a, erinnert an ihn.

Durch Alfred war Theo in Kontakt gekommen mit der kommunistischen Bewegung. 1928 spaltete sich die KPD, als die Parteiführung die Sozialdemokratie zum »sozialfaschistischen Hauptfeind« erklärte. Die Vertreter der Einheitsfrontpolitik mussten klein beigeben oder wurden, wie der frühere Vorsitzende Heinrich Brandler, ausgeschlossen. Daraufhin gründete er mit August Thalheimer die KPD-Opposition (KPO), die zwar viele Altspartakisten, abe...

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