05.03.2016 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Ein geduldiger Kampf

Auch in Spanien engagieren sich freiwillige »Agenten« gegen fremdenfeindliche Vorurteile. Ein Besuch auf Teneriffa

Gabriele Voßkühler

In der Fußgängerzone von San Cristóbal de La Laguna sucht Aborá nach Spielpartnern für ihr Gerüchteroulette. Das Spielprinzip ist simpel. Kommt die Roulettescheibe zum Stehen, hat die 29jährige Spanierin ein neues Gesprächsthema: »Kulturelle Vielfalt im Klassenzimmer verschlechtert die Lernmöglichkeiten von Kindern« kann das sein oder »Männer mit Migrationshintergrund schlagen ihre Ehefrauen überdurchschnittlich häufig«. Acht Fächer hat die bunte Scheibe insgesamt. Bei jedem Spiel zeigt ein kleiner weißer Pfeil auf eines der Gerüchte. Aborás Frage bleibt immer gleich: »Glauben Sie das?« Aborá Abreu ist eine »Agentin im Einsatz gegen Gerüchte« auf der Kanareninsel Teneriffa. Und sie ist nicht allein. In ganz Europa gibt es mittlerweile mehr als 1.000 Agenten dieser Art. Sie kämpfen gegen den verbalen Alltagsrassismus, das »Ganz klar, typisch Afrikaner« oder »Dieser Ausländer lebt doch von unseren Steuern«.

Angefangen hat alles in Katalonien: 2010 führte di...

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