05.03.2016 / Inland / Seite 4

Im Zweifel gegen links

Münchner Stadtrat muss nach Polizeieinsatz gegen Anti-IS-Demo vor Gericht. Hintergrund ist das Verbot der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)

Claudia Wangerin

Wegen einer Auseinandersetzung mit Polizeibeamten auf einer Solidaritätskundgebung für den kurdischen Widerstand gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) am 28. September 2014 hat die Staatsanwaltschaft München den Stadtrat Cetin Oraner und einen weiteren Mann angeklagt. Beide müssen am Dienstag in München vor Gericht. Oraner soll einen Beamten des »Unterstützungskommandos« (USK) der bayerischen Bereitschaftspolizei getreten haben. Vorwurf: gefährliche Körperverletzung. Der 49jährige Musiker, der im März 2014 auf der offenen Liste der Partei Die Linke ins Rathaus gewählt worden war, widerspricht dieser Darstellung. Oraner sagte Anfang der Woche im Gespräch mit junge Welt, er werde vor Gericht sowohl zu dem Vorfall selbst als auch zum politischen Hintergrund aussagen. In einem Solidaritätsaufruf erklärten die bayerischen Landessprecher der Partei Die Linke, Eva Bulling-Schröter und Xaver Merk, am 26. Februar, Oraner habe bei der Kundgebung im Herbst ...

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