05.03.2016 / Titel / Seite 1

»Service« statt Pflege

Universitätsklinik Charité weigert sich, zugesagte Mindestbesetzung der Stationen mit Fachkräften zu gewährleisten. Die sind ihr zu teuer

Claudia Wrobel

Die Krankenpflegeausbildung dauert drei Jahre – und das noch ohne die notwendige Spezialisierung. Die verantwortungsvolle Arbeit dieser examinierten Fachkräfte können allerdings auch nicht näher definierte »Servicekräfte« übernehmen, zumindest wenn es nach dem Willen der Leitung von Europas größtem Universitätsklinikum, der Berliner Charité, geht. Am Donnerstag informierte ver.di, dass die Gespräche über den Tarifvertrag »Gesundheitsschutz« festgefahren seien, weil der Gewerkschaft von der Gegenseite ebendieser Vorschlag präsentiert wurde. Die Verhandlungen dauern seit acht Monaten an und wurden im vergangenen Jahr von einem Streik begleitet. Die Beschäftigten fordern eine Mindestpersonalbemessung, also eine Festlegung, wie viele Pflegekräfte je nach Station für wie viele Patienten mindestens eingesetzt werden müssen. Bundesweit hat der Streik eine Debatte darüber angeheizt, eine solche Quote gesetzlich festzuschreiben.

Kalle Kunkel, ver.di-Gewerkschaftsse...

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