03.03.2016 / Thema / Seite 12

Multiple Krise

Vorabdruck. Flüchtlingsfrage, Rechtswende und die überschätzte deutsche Hegemonie in Europa

Wer als Bundesbürger im Frühjahr 2015 eine längere Auslandsreise antrat und ein Jahr später, im Frühjahr 2016, zurückkehrt, der muss sich die Augen reiben: Hatte er doch 2015 eine »Insel der Seligen« verlassen, die, milde gemanagt von der »mächtigsten Frau der Welt« (Ranking des Forbes-Magazins), in der Lage war, die Krisen der Welt von den deutschen Grenzen fern- und Europa zusammenzuhalten. Die Welt, oder doch zumindest Europa, sehnte sich nach deutscher »Führungsverantwortung« (Koalitionsvertrag von 2013). Falls einzelne verblendete Länder doch darauf bestanden, eigene Wege zu gehen, so verfügte die deutsche Kanzlerin bei aller Milde über die Mittel, diese auf den Pfad der »Alternativlosigkeit« zurückzugeleiten.

Bei Rückkehr unseres Reisenden im Frühjahr 2016 aber drohen die Wogen der Weltkrisen dieses glückliche Eiland zu verschlingen, samt seiner nun nicht mehr so alternativlos scheinenden Führung. Schuld daran ist die Welle, die Flut, der Strom, ...

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