03.03.2016 / Feuilleton / Seite 10

Poet, Rüpel und Boxer

Arthur Cravan gehört zu den ­schillerndsten Figuren der Literaturgeschichte

Jochen Knoblauch

Er war ein dadaistisches Gesamtkunstwerk, bevor es die Idee vom Dadaismus gab. Arthur Cravan, 1887 als Fabian A. Lloyd in Lausanne geboren und Anfang 1919 in Mexiko verschollen. Ein Umtriebiger, ein Dichter und Boxer und einiges mehr. Jetzt legt die Hamburger Edition Nautilus unter dem Titel »König der verkrachten Existenzen« die dritte revidierte und erweiterte Auflage des Œvres von Cravan vor.

Seine Zeitschrift Maintenant (Jetzt) erschien erstmalig 1912 und soll von dem 25jährigen Engländer, der in der Schweiz geboren wurde, höchst persönlich von einem Handkarren herunter verkauft worden sein. Bis 1915 erschienen nur fünf Ausgaben. In der Nummer 4 vom April 1914 gab sich Cravan als Hochstapler, Seemann, Hoteldieb, Holzfäller, Exboxchampion von Frankreich und Einbrecher aus. Einiges davon ist sogar wahr, etwa die Behauptung, dass er ein Neffe von Oscar Wilde sei. Soviel zur Arbeit am Mythos.

Die Zeitschrift Maintenant nutzte der in Paris lebende Autor zur ...

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