03.03.2016 / Ausland / Seite 7

Nur die Spitze des Eisbergs

Päpstlicher Finanzchef vertuschte sexuelle Gewalt von Priestern

Gerhard Feldbauer

Dreizehn Tage vor dem dritten Jahrestag seines Amtsantritts hat es Papst Franziskus wieder einmal kalt erwischt. Einer seiner engsten Mitarbeiter wird beschuldigt, jahrelang schwere Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Australiens vertuscht zu haben. Der frühere Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, den er im Februar 2014 als Präfekt des vatikanischen Wirtschaftsrats mit der Leitung der Finanzen des Vatikans betraute, wurde am Montag von einer Untersuchungskommission der Landeskirche in Melbourne per Videoschaltung nach Rom zu den Verbrechen befragt.

Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wurden in letzter zeit pro Jahr jeweils etwa 600 Fälle von Pädophilie bekannt. In den vergangenen zehn Jahren sollen sich 900 Priester an Kindern und Jugendlichen vergangen haben. Pell wurde seit langem beschuldigt, von den Vergewaltigungen gewusst, aber nichts unternommen zu haben.

Der frühere Erzbischof gab zu, der Kindesmissbrauch sei jah...

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