03.03.2016 / Titel / Seite 1

Hilferuf aus Diyarbakir

Türkei: Kurdische Partei hofft auf internationalen Beistand gegen drohende Massaker. Bewohner von Cizre suchen in Trümmern nach Leichen

Nick Brauns

Die türkische Polizei hat am Mittwoch Zehntausende Demonstranten in Diyarbakir mit Wasserwerfern und Gasgranaten attackiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Firat hatten die Menschen sich nachmittags an mehreren Punkten in der Millionenstadt im Südosten des Landes versammelt, um zum abgeriegelten Altstadtviertel Sur zu ziehen. Dort wollten sie gegen die mittlerweile seit drei Monaten andauernde Belagerung des Stadtteils durch Polizei und Militär protestieren. Aufgerufen zu dem Marsch hatte bereits am Montag der Kovorsitzende der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtas, der »alle Einwohner Diyarbakirs« aufgefordert hatte, »sich zu erheben, um die Blockade von Sur zu brechen«.

Die Staatsmacht feiert derweil die angeblichen Erfolge des von ihr verhängten Ausnahmezustands. 98 Prozent des Altstadtbezirks seien mittlerweile von Militanten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK »gesäubert«, verkündete der Gouverneur der...

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