02.03.2016 / Ausland / Seite 7

Tränengas und Steine

Französische Polizei räumt Flüchtlingslager in Calais. Bis zu 4.000 Schutzsuchende sind betroffen. Regierung bombt und verkauft Waffen

Hansgeorg Hermann, Calais

Tränengas, Steine, Notunterkünfte in Flammen – Spezialeinheiten der französischen Polizei räumen bereits seit Montag nachmittag einen großen Teil des »Dschungel« genannten Flüchtlingslagers in Calais an der Kanalküste. Betroffen waren bislang mehr als 1.000 Menschen, ein Großteil von ihnen Kinder und Frauen. Der im winterlichen Schlamm versinkende Slum von Calais beherbergte nach Angaben örtlicher Hilfsorganisationen bis zur regierungsamtlich angeordneten Gewaltaktion rund 4.000 Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Syrien, Irak, Afghanistan und Nordafrika.

Ein Gericht in der Bezirkshaupstadt Lille hatte die Räumung zu Beginn der vergangenen Woche zunächst verboten, zwei Tage später aber zugunsten der sozialdemokratischen Regierung entschieden. Es handele sich bei der Aktion nicht um eine »Ausweisung«, sondern lediglich um eine »Aussiedlung«.

40 Mannschaftswagen des für staatliche Gewaltaktionen ausgebildeten kasernierten Polizeiverbands CRS (Compagnies Rép...

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