29.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Max Schmeling war erlaubt

Welche Kunst wollten die Nazis? Die Neue Nationalgalerie Berlin zeigt »Die schwarzen Jahre 1933 bis 1945. Geschichten einer Sammlung« im Hamburger Bahnhof

Sabine Lueken

Kunst im deutschen Faschismus. Da denkt man an Arno Brekers monumentale Plastiken oder die akribisch gemalten Frauenakte des »Reichsschamhaarmalers« Adolf Ziegler. Und auf der anderen Seite an die verbotenen Werke der Expressionisten: an die Inderinnen von Emil Nolde oder die (Anti-)Kriegsbilder von Otto Dix. Die Nazis nannten das »gequälte Leinwand«,»seelische Verwesung«, »von Judencliquen preisgekrönt«, als sie 1937 in München die Ausstellung »Entartete Kunst« veranstalteten, die dazu aufrief, diese Kunst zu verachten.

Auch nach fünf Jahren Diktatur kam diese Ausgrenzung für manche Künstler überraschend. Zum Beispiel Emil Nolde. Während man schon seine Bilder als »entartet« aus den Galerien trug, begriff er sie noch als einen Beitrag zum Nationalsozialismus, zu dem er sich bekannte. 1938 versuchte er Joseph Goebbels seine Kunst als »deutsch, stark, herb und innig« zu empfehlen. Zum Beispiel Ernst Barlach. Ein expressionistisches Relief von ihm wurde zunä...

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