29.02.2016 / Politisches Buch / Seite 15

Weiße Arroganz

André Vltcheks Buch »Indonesien – Archipel der Furcht« bietet zahlreiche Informationen – und irritiert mit bornierten Urteilen. Von

Anett Keller

Zunächst einmal: Es ist verdienstvoll, dass der Zambon-Verlag ein kritisches Werk zur jüngsten indonesischen Geschichte in deutscher Sprache herausgegeben hat (das Original erschien auf Englisch 2012 bei Pluto Press). Die viertgrößte Nation der Welt wird von den Mainstreammedien zwar oft mit Katastrophen in Verbindung gebracht: Vulkanausbrüche, Erdbeben, Terroranschläge. Was in der Berichterstattung jedoch kaum vorkommt: die Folgen von 350 Jahren kolonialer Ausbeutung; die Folgen eines der größten Massenmorde des 20. Jahrhunderts, als ab 1965 unter General Suharto und mit aktiver Beteiligung von Washington und Co. die linke Bewegung (Indonesien hatte damals die drittgrößte KP der Welt) zerschlagen wurde; die Folgen der seitdem andauernden Neokolonialisierung im ressourcenreichen und an wichtigen Schiffahrtsrouten gelegenen Inselstaats.

Der Journalist André Vltchek legt den Finger in diese Wunden. Er beschreibt in zehn Kapiteln den »extremen Kapitalismus au...

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