29.02.2016 / Ausland / Seite 6

Westen freut sich zu früh

Bei Parlamentswahlen im Iran legen die Reformer zwar zu, doch die Konservativen ­bleiben vermutlich stärkste Kraft. Von

Knut Mellenthin

Iran hat am Freitag ein neues Parlament gewählt. Auf das Endergebnis wird man, einer Ankündigung des Innenministeriums zufolge, wohl noch bis Dienstag warten müssen. Es gibt zwar ständig Informationen über Zwischenergebnisse, aber nichts, was mit Hochrechnungen vergleichbar wäre. Da in Teheran erheblich schneller ausgezählt wird als in anderen Teilen Irans, war dort schon am Sonnabend zu erkennen, dass die Anhänger von Präsident Hassan Rohani deutlich in Führung lagen. Am Sonntag morgen stellte es sich nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmzettel vorläufig so dar, dass alle 30 Parlamentssitze, die auf die Hauptstadt entfallen, an das Bündnis aus »Reformern« und »Gemäßigten« gehen werden.

Die politische Stimmung in Teheran ist aber traditionell kein Indikator, oder nur ein indirekter, für die iranischen Verhältnisse insgesamt. Die Unterschiede zwischen der Hauptstadt einerseits sowie Kleinstädten und ländlichen Gebieten andererseits sind groß. Das relativ...

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