27.02.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Menschenrechte werden von unten verteidigt«

Gespräch. Mit Pedro Faro Navarro. Über die Unterdrückung indigener Gemeinden in Mexiko, den neoliberalen Kurs der dortigen Regierung und Wege des Widerstands

Lena Kreymann, San Cristóbal de las Casas

Sie arbeiten als Menschenrechtsbeobachter im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. 1994 hat hier die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung, EZLN, einen bewaffneten Aufstand durchgeführt und hält bis heute einige Gebiete. Welche Auswirkungen hat das auf die Region?

Wir haben den bewaffneten Konflikt sehr gut dokumentiert. Die Regierung verfolgt eine Aufstandsbekämpfungsstrategie gegen die EZLN. In diesen gut zwei Jahrzehnten haben wir »Verschwindenlassen«, Vertreibung, außergerichtliche Hinrichtungen, Folter, Vergewaltigungen und Angriffe auf die Unterstützer der Zapatisten und gegen die »Gemeinden im Widerstand« beobachtet.

Um die Großstadt San Cristóbal de las Casas herum und an der Grenze Richtung Guatemala fallen zahlreiche Militärposten auf. Welche Rolle spielt die Militarisierung im Kampf der Regierung gegen die EZLN?

Nach dem Aufstand ist die Gegend hier militarisiert worden, es gibt 62 Stützpunkte. Sie stehen für eine Kriegsstrategie, die die EZ...

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