27.02.2016 / Ausland / Seite 7

Renzi schlägt Papst

Italien: Senat stimmt für Gleichstellung von Homosexuellen. Laut katholischer Kirche war das nicht »gottgewollt«. Rassisten zufolge droht dem Premier die Hölle

Gerhard Feldbauer

Der italienische Senat hat am Donnerstag abend einem von der Regierungspartei Partito Democratico (PD) vorgelegten Gesetzentwurf über die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit Ehepaaren zugestimmt. 173 Abgeordnete votierten für die »Unioni civili«, 71 dagegen. Gleichgeschlechtliche Partner können demnach künftig ihre Beziehungen offiziell registrieren lassen. Die Zustimmung kam durch die Streichung des Paragraphen über die Adoption der Kinder homosexueller Partner zustande. Mehrere PD-Senatoren betonten jedoch, dass dieser Kompromiss nicht lange Bestand haben und das Adoptionsrecht auch bald durchgesetzt werden solle.

Premierminister Matteo Renzi hatte die Abstimmung mit der Vertrauensfrage verbunden und im Falle einer Ablehnung – wie schon Dutzende Male zuvor – mit seinem Rücktritt gedroht. Italien ist das letzte westeuropäische Land, dass die Diskriminierung von Homosexuellen beseitigt hat. Diese sind nun keine »Bürger zweiter Klasse« mehr, wi...

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