26.02.2016 / Feminismus / Seite 15

Die Einzelgängerin

Nachruf auf die Pulitzer-Preis-Trägerin Harper Lee (1926–2016)

Jana Frielinghaus

Sie konnte eine charmante, durch umfassende Bildung beeindruckende Gesellschaftsdame sein. In vertrauter Runde liebte sie aber auch eine derbe Sprache, konnte fluchen wie ein Bierkutscher – genau wie ihr Alter ego in ihrem Welterfolg »Wer die Nachtigall stört« (1960). Die meiste Zeit aber lebte die Schriftstellerin Harper Lee, die am 19. Februar fast 90jährig in ihrer Heimatstadt Monroeville, Alabama, gestorben ist, in selbstgewählter Zurückgezogenheit. Denn grundsätzlich war sie menschenscheu, lehnte Eitelkeiten, Oberflächlichkeit, Konventionen und banales Geschwätz radikal ab.

Immer wieder ist darüber gerätselt worden, warum sie nach der »Nachtigall« nie wieder einen Roman zustande gebracht hat. Was aber bleibt, ist ein Buch, das aufgrund seiner humanistischen und antirassistischen Botschaft und wegen der scheinbar spielerischen Leichtigkeit und Farbigkeit, mit der es erzählt ist, nicht nur in den USA längst Schullektüre ist und nicht zuletzt diesem Umst...

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