26.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Roma, erhebt euch!

Genug vom Gerede: Mit ihrem zweiten Album »Straight Outta Mahala« rappen Gypsy Mafia gegen die Verhältnisse nicht nur in Ex-Jugoslawien

Roland Zschächner

Hiphop kann auch progressiv sein. Zum Beispiel das 2015 erschienene zweite Album von Gipsy Mafia: »Straight Outta Mahala«, das an den Ursprung als Musik der schwarzen unterdrückten Jugendlichen in den US-Großstädten anknüpft. Es ist die radikalste, exjugoslawische Hiphop-LP der vergangenen Jahren. Buddy O. G. und Skill sind direkt, die Texte gehen getragen von den aus dem US-Gangsta-Rap entlehnten Beats nach vorn. Mit dabei ist Dj Koki, die mit ihren Vocals melodische Hooks liefert.

Gipsy Mafia haben auf »Straight Outta Mahala« eine feine Komposition vorgelegt, die nicht in der Beobachtung des Lebens verweilt, sondern darüber hinaus Kritik an den Verhältnissen formuliert. Das geht schon mit dem Titel los: Mahala heißen im ehemaligen Jugoslawien die Roma-Siedlungen irgendwo am Rande der Stadt. Wenn es regnet, ist alles unter Wasser, der Krankenwagen kommt nie, Arbeit gibt’s auch nicht. Und gleichzeitig ist der Name des Albums eine Reminiszenz an die legendä...

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