26.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Der Nachteil der Ewigkeit

Szenisch unentschlossen und musikalisch überzeugend: Leos Janaceks »Die Sache Makropulos« an der Deutschen Oper Berlin

Kai Köhler

Ist der Sieg über den Tod ein Glück? An Elina Makropulos wurde im Jahre 1612 ein Lebenselixier erprobt, das ihr Vater, Leibarzt des Kaisers Rudolf II., zusammengebraut hat. Nach einem todesähnlichen Schlaf erwachte sie mit der Aussicht auf 300 Jahre ewiger Jugend und streifte seitdem unter wechselnden Namen als Ellian McGregor, Else Müller oder Eugenia Montez, durch Europa. Am Beginn der Opernhandlung ist die Frist beinahe verstrichen. Im Prag von 1912 ist Elina unter dem Namen Emilia Marty eine gefeierte Sängerin und muss sich wieder den Besitz des Rezepts sichern, das sie ein Jahrhundert zuvor einem Liebhaber überlassen hat.

Allerdings ist das Haus, in dem sich der rettende Umschlag befindet, Gegenstand eines seit Generationen währenden Prozesses, in den Emilia einzugreifen gezwungen ist. Die Beteiligten staunen über ihr Detailwissen und können nicht wissen, dass die Frau tatsächlich 337 Jahre alt ist; daraus ergeben sich einige komische Effekte, zum...

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