24.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Der gefährlichste Mann

Der Ur-»Whistleblower« Daniel Ellsberg erhielt in Dresden einen Friedenspreis und rief zu mehr Zivilcourage auf

Ralf Richter

Daniel Ellsberg nennt man den »Vater der Whistleblower«. Er hatte erst für das US-Verteidigungs- und dann für das Außenministerium gearbeitet, als er 1971 den großen US-Zeitungen die sogenannten Pentagon Papiere anbot. 7.000 Seiten Material direkt aus dem Apparat der Nixon-Regierung, sozusagen die Wahrheit über den Vietnamkrieg der USA: realistische Analysen, Lageeinschätzungen und Beschreibungen der US-Armee, die der offiziellen Propaganda vollständig widersprachen. Als die New York Times daraus Auszüge druckte, verbot US-Präsident Richard Nixon weitere Veröffentlichungen, unterlag jedoch vor Gericht – ein Sieg der Pressefreiheit. Trotzdem sollte Ellsberg, dem Spionagetätigkeit vorgeworfen wurde, zu 115 Jahren Gefängnis verurteilt werden. Auch daraus wurde nichts.

Am Sonntag bekam der mittlerweile 84jährige den »Dresden-Preis« in der Semperoper verliehen. Der mit 10.000 Euro dotierte Friedenspreis wird von der Heidelberger Klaus-Tschira-Stiftung und dem V...

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