23.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Das Loch im Spiegel

Die Panik bricht sich Bahn: Isolation Berlin haben den Kunstwillen zur Depression

Christof Meueler

Berlin macht traurig. Manche jedenfalls. Einen kannte ich, der gründete ein Start up, überwarf sich mit seinen Kollegen und schloss sich dann für Wochen zu Hause ein. Irgendwann schloss er wieder auf und lief jeden Tag zwölf Stunden durch die Stadt, bis er müde war. Klingt wie ein Roman, ist aber keiner. Romane schreiben ist immer noch das härteste. Romane schreiben, die gut sind. Romane schreiben, die gut sind und die veröffentlicht werden. Romane schreiben, die gut sind und die veröffentlicht werden und die andere lesen wollen. Puhhh.

Lieber eine Band gründen, und die dann Isolation Berlin nennen. Weil man meint, das ist ein Zustand. Der Sänger heißt Tobias Bamborschke. Der Name klingt auch wie aus einem Roman, ist aber echt. Isolation sind eine neue Berliner Indieband. Puhhh. Ist das nicht noch uninteressanter als ein neuer Berlin-Roman? Bamborschke singt darüber, wie er losgeht, oder sagen wir: losgehen will: »Wenn der Fernseher dich zum Weinen bri...

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