23.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Raus aus dem Stübchen

Offenes Kunstwerk, Antifaschismus und Belletristik: Zum Tod von Umberto Eco

Gerhard Feldbauer

Umberto Eco ist am Freitag im Alter von 84 Jahren verstorben. Sämtliche großen Zeitungen würdigten ihn als einen herausragenden Literaten, Philosophen und Sprachwissenschaftler – Italiens Premierminister Matteo Renzi bezeichnete Eco als »außergewöhnliches Beispiel für europäische Intellektuelle« und lobte »sein einzigartiges Verständnis der Vergangenheit, verbunden mit einer unerschöpflichen Fähigkeit, die Zukunft zu antizipieren«.

Der Sohn eines Buchhalters aus dem Piemont hatte in den 50er Jahren in Turin Philosophie und Literaturgeschichte studiert und über die Ästhetik bei Thomas von Aquin promoviert. Mit seiner Arbeit über das »offene Kunstwerk«, das den Rezipien­ten immer mitzudenken habe, schuf er ein Grundlagenwerk demokratischer Kunsttheorie. Eco interessierte sich sehr für die Fragen der Form, er schloss sich den literarischen Neo­avantgardisten, der »Gruppo 63« um Nanni Balestrini, Edoardo Sanguineti und Alberto Arbasino an und entwickelte e...

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