23.02.2016 / Ausland / Seite 6

Ausgrenzen oder integrieren?

Estland und Lettland verfolgen unterschiedliche Strategien des Umgangs mit ihren russischsprachigen Minderheiten

Reinhard Lauterbach

Dieser Tage bekam der Bürgermeister von Riga einen offi­ziellen Rüffel. Das Zentrum für die Staatssprache bemängelte, dass Nils Usakovs – die lettisierte Form seines Namens Nil Uschakow – auf den Facebook-Seiten der Stadtverwaltung und des Stadtrats Informationen sowohl in lettischer als auch in russischer Sprache veröffentlichte. Usakovs wies den Vorwurf mit dem Argument zurück, kein Gesetz verbiete es, außer der Staatssprache auch noch andere Sprachen zu benutzen, um mit den Bürgern zu kommunizieren. Zumal Facebook ein ausländisches Netzwerk sei und ohnehin nicht der lettischen Gesetzgebung unterliege.

Das war erst einmal gut zurückgegeben, aber es ist nur ein Ausweichen vor wachsendem politischem Druck. Denn die am 11. Februar vereidigte neue Regierung des Landes unter Ministerpräsident Maris Kucinskis hat angekündigt, bis 2018 den Schulunterricht in russischer Sprache zu beenden. Auf diese Neueröffnung des Sprachenkonflikts hatten vor allem die nationa...

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