23.02.2016 / Titel / Seite 1

Eine Branche floriert

Die globalen Exporte von Kriegsgerät wachsen. Die USA sind weiterhin einsame Spitze, doch deutsche Medien wittern Gefahr aus Peking

Christian Selz

Während rund um den Globus Kriege entfacht und immer weiter befeuert wurden, sind in den vergangenen fünf Jahren weltweit 14 Prozent mehr Waffen verschachert worden als zwischen 2006 und 2010. Das meldete das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) am Sonntag. Eine Sperrfrist legte dabei fest, dass Medien weltweit erst ab Montag über das Zahlenwerk berichten durften. Um 0.01 Uhr Mitteleuropäischer Zeit begann dann das große Rosinenpicken im schwedischen Zahlenbrei.

»China baut Waffenexporte kräftig aus«, titelte die Nachrichtenagentur dpa, zählte – von der gelben Gefahr offensichtlich verunsichert – im Zeitraum von 2011 bis 2015 aber nur vier Jahre. Die Zahlenjongleure von Spiegel online schlossen sich der mathematischen Glanzleistung an und fassten obendrein mit schlafwandlerischer Sicherheit zusammen: »China exportiert, Saudi-Arabien kauft ein«. Das nennt man dann wohl kreativen Umgang mit Fakten: China soll seine Rüstungsausfuhren laut ...

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