22.02.2016 / Thema / Seite 12

People Power

Das philippinische Volk war im Februar 1986 ein Machtfaktor, den Militär und US-Administration zu lenken wussten, um mit dem Sturz des Diktators Marcos die Verhältnisse auf dem Inselstaat nicht sonderlich zu ändern. Eine »People’s Power«, eine Volksmacht, kam so nicht zur Entfaltung

Rainer Werning

Am 21. August 1983 wurde der schärfste politische Rivale des philippinischen Diktators Ferdinand Marcos, der Oppositionspolitiker Benigno S. Aquino¹, nach seiner Rückkehr aus zeitweiligem Asyl in den USA auf dem Rollfeld des Flughafens von Manila erschossen. Seitdem verging kaum ein Tag, an dem sich nicht innerhalb wie außerhalb der Hauptstadt Manila Widerstand regte. Diesem schlossen sich auch immer mehr Mitglieder der Oberschichten an. Am 22. Februar 1986 blies diese als »Parlament der Straße« in die Landesgeschichte eingegangene breite Protestbewegung zum »letzten Gefecht«. Drei Tage später, am Abend, hatte sie ihr Ziel erreicht. Die überschwenglich als Ikone der Demokratie und Hoffnungsträgerin gefeierte Witwe des einstigen Marcos-Herausforderers, Corazon C. Aquino – liebevoll »Cory« genannt – war nunmehr die neue Chefin im Präsidentenpalast Malacañang.

In jenen Tagen glich Manila der gigantischen Bühne eines politischen Open-Air-Festivals. Mehr no...

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