20.02.2016 / Ausland / Seite 7

Mehrheit verzweifelt gesucht

Ukrainische Regierungskoalition existiert nur noch auf dem Papier. Chaos im Parlament

Reinhard Lauterbach

Die in Kiew regierende Koali­tion mit dem Namen »Europäische Ukraine« hat sich faktisch aufgelöst. Nach dem Spektakel vom Dienstag um das – schließlich gescheiterte – Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk hat erst die von Julia Timoschenko geleitete »Vaterlandspartei« und dann die aus Maidan-Aktivisten zusammengesetzte »Selbsthilfe« ihren Austritt aus dem Regierungsbündnis erklärt. Timoschenko bewies bei dieser Gelegenheit Humor und erklärte, die Koalition – der ihre Partei 15 Monate lang angehört hatte – sei von Anfang an durch undurchsichtige Kungeleien geprägt gewesen. Anlässlich ihres Frontwechsels wechselte sie übrigens auch ihre Frisur und tritt seit einigen Tagen nicht mehr mit Zopf auf.

Die verbliebenen 217 Abgeordneten des »Blocks Petro Poroschenko« und der »Volksfront« von Premier Jazenjuk reichen nicht zur Mehrheitsbildung, für die 226 Stimmen erforderlich sind. Indessen wäre die Ukraine nicht die Ukraine, wenn die Parlaments...

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