20.02.2016 / Ausland / Seite 7

Kriegsbeginn in Libyen

Dutzende Todesopfer bei US-Luftangriff auf mutmaßliches Islamistenlager. Sehr viel weiter gehende Militärintervention der NATO geplant

Knut Mellenthin

US-amerikanische Jagdbomber haben am Freitag morgen ein Ausbildungslager von Islamisten in Libyen angegriffen und mehr als 30 Menschen getötet. Das hatte zuerst die New York Times unter Berufung auf anonyme Quellen im Pentagon, aber auch auf örtliche Amtsträger und die zwar international nicht anerkannte, aber dennoch einflussreiche Regierung in der Hauptstadt Tripolis berichtet. Krankenhäuser vor Ort sprachen am Freitag gar von 40 Toten. In der Schlagzeile der New York Times und in allen darauf aufbauenden Meldungen ist von einem »Camp« des »Islamischen Staates« (IS) die Rede. Dem ausführlichen Artikel ist jedoch eindeutig zu entnehmen, dass diese Darstellung falsch ist. Betrieben wurde das Lager demzufolge nicht vom IS, sondern von der tunesischen Organisation Ansar Al-Scharia, die der Al-Qaida die Treue geschworen habe, aber sich zugleich auch als »Brücke« zur Verständigung zwischen dieser und dem IS betrachte. Viele der Getöteten seien Tunesier, beric...

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