20.02.2016 / Ausland / Seite 6

Kriegsdonner in Ankara

Türkei: Regierung nutzt Anschlag, um Einmarsch in Syrien vorzubereiten

Nick Brauns

Auch zwei Tage nach der Attacke auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel der türkischen Hauptstadt Ankara, bei der am Mittwoch abend 26 Soldaten und zwei Zivilisten getötet wurden, hat sich niemand zu der Tat bekannt. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Firat wenige Stunden nach dem Angriff hatte PKK-Führungskader Cemil Bayik nicht ausschließen wollen, dass es sich um einen Vergeltungsschlag für die Massaker der türkischen Armee an kurdischen Zivilisten gehandelt haben könnte. Doch dürfte ein Anschlag dieser Größenordnung mit einem mit Sprengstoff gefüllten Wagen auf einen Militärkonvoi wenige hundert Meter Luftlinie vom Parlament und dem Hauptquartier der Streitkräfte entfernt die logistischen Fähigkeiten kurdischer Stadtguerillaeinheiten in der Westtürkei übersteigen.

Für regierungsnahe Medien war bereits in der Nacht klar, dass die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG hinter dem Angriff stecken. Der türkische Regierungschef A...

Artikel-Länge: 3128 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe