19.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Alles außer »Social music«

Waffen, Drogen, Autojagd: Miles Davis in der Sektion Special

Benjamin Moldenhauer

Du musst beim Erzählen richtig auf die Kacke hauen«, empfiehlt Miles Davis in »Miles Ahead« einem Musikjournalisten, der ihn aus dem Ruhestand zurück auf die Bühne locken will. Den Satz möchte Don Cheadle offensichtlich programmatisch verstanden wissen. Cheadle hat das Script zum ersten Film über den einflussreichsten Jazzmusiker des vergangenen Jahrhunderts geschrieben, Regie geführt, und er spielt die Hauptrolle. Dass sein Film ein Herzensprojekt ist, wird spürbar, und auf die Kacke haut er auch: Miles Davis kokst und säuft, randaliert mit dem Revolver in der Hand in den Büros von Columbia Records und liefert sich eine wilde Verfolgungsjagd mit einem Bodyguard des Labels.

Man ahnt es bereits: Auch wenn es in Miles Davis’ legendenbildender Autobiographie wüst zugeht, ist das alles so nicht passiert. Sein Film sei keine Darstellung von Miles Davis‹ Leben, sagt Cheadle, sondern eine von diesem Leben inspirierte Geschichte. Mit der Prämisse hätte »Miles Ahea...

Artikel-Länge: 4281 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe