19.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Vorstufe Stuxnet

Rück- und ­Ausblicke auf den Cyberwar: Doku »Zero Days« im Wettbewerb

Kai Köhler

Der Vorgang ist bekannt: 2009 führte ein Computervirus in der iranischen Atomanlage bei Natanz zur Zerstörung zahlreicher Zentrifugen. Das Virus war so programmiert, dass die Geräte gleichzeitig einen normalen Betriebsablauf anzeigten. Etliche Ingenieure wurden nach dem Rückschlag für das iranische Atomprogramm wegen vermeintlicher Unfähigkeit entlassen. Einige Wissenschaftler fielen Mordanschlägen zum Opfer.

An der Mitverantwortung der USA bestehen wenig Zweifel, auch wenn die US-Regierung den Angriff nie zugegeben hat. Alex Gibney trägt in seinem Dokfilm »Zero Days« eine beeindruckende Zahl von Indizien dafür zusammen, dass die USA die Aktion gemeinsam mit dem israelischen Geheimdienst durchführten. Das mit hohem finanziellen Aufwand entwickelte Schadprogramm brachte niemandem ökonomischen Nutzen; zuerst trat es – kaum zufällig – bei fünf iranischen Zulieferbetrieben auf, von wo es via USB-Stick ins abgeschlossene Netzwerk der Atomanlage gelangt sein...

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