19.02.2016 / Inland / Seite 2

»Die Ignoranz im Umgang ist nicht hinnehmbar«

Hamburg: Hartz-IV-Bezieherin und Begleiter werden aus Jobcenter geworfen, als sie seit Januar fehlende Zahlung einfordern. Gespräch mit Claude N’da Gbocho

Martin Dolzer

Sie waren am Freitag und Montag gemeinsam mit einer Klientin in einem Jobcenter in Hamburg. Dort sind sie wiederholt, trotz akuter Notlage, abgewiesen worden. Worum ging es genau?

Am vergangenen Freitag war ich mit meiner Klientin Frau K. im Hamburger Jobcenter in Lokstedt, um ihre Sozialleistungen gemäß SGB II, also Hartz IV, einzufordern, die schon seit Anfang Januar 2016 nicht mehr gezahlt wurden. Frau K. ist alleinerziehende Mutter aus Côte d'Ivoire, der Elfenbeinküste, mit einem neun Monate alten Kind und hat schlicht seit Januar kein Geld mehr erhalten. Wir sind mehrfach von Sachbearbeiterin zu Sachbearbeiterin geschickt worden, ohne dass auf das Anliegen eingegangen wurde. Am Freitag wurden wir auf Montag vertröstet. Die Teamleiterin machte die Zusage, dass sich eine zuständige Sachbearbeiterin melden werde, um den Notstand zu beenden – oder dass wir uns, falls dies nicht geschehe, bei der Sachbearbeiterin melden sollten. Einen Anruf erhielt weder d...

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