18.02.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Rücklagen reichen nicht

Regierung, Lobbyverbände und Konzerne feilschen um Kosten für den Atomausstieg und die Hinterlassenschaften der AKW-Betreiber

Wolfgang Pomrehn

Wer räumt eigentlich auf, wenn spätestens 2022 das letzte deutsche AKW vom Netz geht? Und wer wird es in den anderen 15 EU-Staaten machen, die AKW betreiben? Die EU-Kommission hat kürzlich, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag berichtete, die Kosten für Abriss, Entsorgung und Endlagerung der Hinterlassenschaften des Atomzeitalters auf 268,3 Milliarden Euro geschätzt. Zurückgelegt haben die verantwortlichen Unternehmen jedoch demnach nur 150 Milliarden Euro. In Deutschland gibt es laut der Analyse der Kommission eine Lücke von sieben Milliarden Euro.

Dabei darf vermutet werden, dass die Schätzung eher untertrieben ist. Insbesondere gehen solche Berechnungen meistens davon aus, dass unter das ganze Thema irgendwann ein Schlussstrich gezogen werden kann und keine weiteren Ausgaben fällig werden. In Deutschland wird zum Beispiel nur bis zum Jahr 2099 gerechnet.

Doch angesichts dessen, dass der hochradioaktive Müll einige hunderttausend Jahre sicher vo...

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