17.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Fast wie am Set

Die Macher und die Gemachten: Nicolas Stemann interpretiert die TV-Serie »Borgen« in der Berliner Schaubühne

Christoph Woldt

Borgen« ist eine Bezeichnung für das Kopenhagener Regierungsviertel. »Borgen« ist auch ein Exportartikel des dänischen Fernsehens. Eine Politsaga, deren erste Staffel 2010 ausgestrahlt wurde. Als sie 2012 auf Arte lief, lautete der Untertitel »Gefährliche Seilschaften«. Es geht hier um die Macher und die Gemachten der medial inszenierten Gesellschaft, um die Geschäfte der Industriellen, Politiker, Informanten und Lobbyisten. Dem pragmatischen Zynismus der Politik wollte der Serienautor Adam Price etwas entgegensetzen. Er entwickelte eine positive Heldin, um eine romantische Frage zu beantworten: »Kannst du die Macht haben und gleichzeitig dir selbst treu bleiben?« Die Figuren stecken in Schablonen, spielen mit Rollenbildern und festigen sie. Konsequent wird die Fernsehpressekonferenz im Ehebett fortgesetzt, die Sehnsucht nach dem vermeintlich Privaten erfüllt.

Birgitte Nyborg, die überraschend zur Ministerpräsidentin gewählte Hauptheldin ist telegen un...

Artikel-Länge: 5707 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe